Folge 64: Grenzen wahren ohne erzieherische Konsequenzen? – Teil 1

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    Grenzen wahren ohne erzieherische Konsequenzen – ist das möglich? Interview mit einer betroffenen Mutter





    Wenn Kinder Grenzen überschreiten, folgt der Ruf nach Konsequenzen auf den Fuß. Denn Kinder müssen die Konsequenzen ihres Handelns lernen.

    Soweit, so gut. Damit Kinder aber aus diesen Konsequenzen lernen können, müssen einige Bedingungen erfüllt werden.
    Episode.



    Welche das sind, erfahrt ihr in der heutigen


    Was ihr in dieser Episode erfahrt:

    • Was der Unterschied zwischen natürlichen und erzieherischen Konsequenzen ist
    • Welche Rolle die sog. Folgenvorausschau im Zusammenhang mit Konsequenzen spielt
    • Warum erzieherische Konsequenzen erst folgen sollten, wenn die Selbststeuerungsfähigkeit bei Kindern ausgebildet ist

    Ressourcen:

    Links zum #ADHSFamilyPodcast::

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    Weitere Informationen zu dem Podcast:

    #64 – Grenzen wahren ohne erzieherische Konsequenzen – Ist das möglich? (Interview mit Lea) - ADHS Family - Hilfe für Eltern
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    adhshilfe.net

  • Das Thema "Schmerzempfinden" kenne ich von meiner Tochter sehr gut, ich habe es bisher nur nicht mit dem ADHS in verbindung gebracht. Jedoch habe ich verstanden das Sie die Schmerzen nicht wirklich spürrt.


    Im Kindergarten musste meine Tochter immer wieder für ihr "Fehlverhalten" auf die Bank, wir als Eltern haben das mehrfach bemängelt, die einzige Antwort die wir bekommen haben, ist das wir zuhause mehr Regeln aufstellen sollen. Wir wussten in dem Alter jedoch noch nicht das Sie ADHS Plus X hat.

  • Ich finde diesen und auch die beiden folgenden Podcasts sehr gut. Ich finde da meine Tochter bei den beschriebenen Dingen extrem wieder. Sie ist noch zu klein für eine Diagnose, aber ich bin mir sicher, dass es darauf hinaus laufen wird. Schwierig ist allerdings, dass es immer den Eindruck vermittelt, die Erziehung oder Begleitung eines ADHS Kindes würde im luftleeren Raum stattfinden, dabei ist beispielsweise gerade in Familien mit ADHS Kindern die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering, dass ein Elternteil auch betroffen ist. Bei uns ist das so und das bringt natürlich weitere Komplikationen mit sich.


    Die Basis, dass ein ADHS Kind sehr viel stärker begleitet werden muss, die ist gut nachvollziehbar. Aber da fehlt es dann an allen Ecken und Enden. Wenn ich mit meiner Familie, meinen Verwandten gut da stehe, also auch ein finanzielles Polster habe und einen Rückhalt habe, bei dem ich sagen kann: "So, kannst du mal für eine Stunde aufpassen." Dann macht das einen enormen Unterschied. Aber wenn das alles "Nicht" vorhanden ist, dann ist das ein ganz anderes Spannungsfeld. In diesem Spannungsfeld befinde ich mich, muss also die Energie und Kraft finden, mich selbst stabil zu halten und gleichzeitig den Bedürfnissen meines Kindes gerecht werden. Die Begleitung zerrt an den ohnehin schon belasteten Nerven und manchmal bleibt kaum Kraft übrig. Nun wäre es sinnvoll Prioritäten zu setzen, aber gerade das ist für mich und sicher auch andere Menschen mit ADHS alles andere als einfach.


    Ich beschreibe es mal anhand eines praktischen Beispiels. Meine Kinder müssen regelmäßig in die Kita. Vor kurzem ist mein Auto kaputt gegangen, bzw ist es schon mehrfach kaputt gegangen und ich muss einen Weg finden meine Kinder in die Kita zu bringen. Nun lähmt mich die Möglichkeit an Entscheidungen die zu treffen sind: lohnt es sich das Auto noch einmal zu reparieren oder ist es zu teuer? Stellen Bus und Bahn eine nervenschonende Alternative dar oder ist das eher eine Belastung? Oder finanziell völlig auf ein Fahrrad mit Anhänger umsatteln?


    Also es sind solche alltäglichen Entscheidungen, die in einer prekären Situation unendlich viel Druck erzeugen und dieser Druck geht natürlich auf auch die Kinder über, die gerade mit ADHS Spürnasen dafür haben, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Großer Druck und wenig Schlaf sind aber gerade bei ADHS Betroffenen reines Gift unter dem dann oft kaum noch eine Handlung möglich ist.


    Das ist das was ich bei all den Beispielen vermisse, also der Abgleich mit der Lebensrealität. Natürlich ist es sinnvoll das Kind zu begleiten und zu unterstützen, aber das geht eben je nach familiärer Situation unterschiedlich gut. Und ja, ich bin tatsächlich ein bisschen genervt (auch wenn ich weiß, dass es nicht böse gemeint ist) wenn jemand sagt: "Ich habe jetzt einen Sohn/eine Tochter die mittlerweile 20 Jahre alt ist und das ärgste überstanden und jetzt ist alles toll." Während ich selbst bei Step 1 stehe und überhaupt nicht weiter weiß, weil ich das Gefühl habe das alle fundamental wichtigen Dinge "maximal" nicht ADHS freundlich sind. Das Gefühl habe, das Hilfe schwer zu organisieren ist oder das die Problematik von ADHS noch nicht einmal wahrgenommen wird.


    Und dann kommen da grundsätzliche Fragen auf: Wie kann ich ruhig sein. Wie kann ich gelassen sein, wenn die Nerven blank liegen?

    Wie kann ich mein Kind fördern, wenn mich das was das Problem ist, damals selbst zerbrochen hat?

    Wie kann ich Hilfe finden, wenn ich teilweise monatelang auf Wartelisten ausharren muss, nur um dann zu hören, dass das Kind "jetzt gerade in der Situation ja ruhig ist." und deshalb sicher kein ADHS haben kann.


    und manchmal möchte ich vielleicht am Ende des Tages, anders als die Erzählerin im Podcast auch einfach sagen können, was einfach Scheiße gelaufen ist. Nicht zu meinem Kind! aber das der Raum da ist, wo man sich ordentlich auskotzen kann, um am nächsten Tag weiter funktionieren zu können.

Das Projekt "ADHS-Deutschland Community" wurde gemeinsam mit dem ADHS Deutschland e.V. aufgebaut und finanziert.